Eindrücke aus Umbrien – Ein Stück Italien zum Mitnehmen

Für die Sommerferien war ich einige Tage in Umbrien. Eigentlich wollte ich einfach ein paar schöne Tage in Italien verbringen. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass diese Reise etwas in mir ausgelöst hatte.

Ich war so beeindruckt von der Landschaft, den Städten, den Häusern und vor allem von diesem ganz besonderen Lebensgefühl, dass ich das Bedürfnis bekam, meine Eindrücke festzuhalten. Was habe ich gesehen? Was habe ich gefühlt? Und vor allem: Was davon möchte ich mit nach Hause nehmen – in meinen Alltag, in meine Wohnung und vielleicht sogar in mein eigenes Sein?

Ankommen in Umbrien

Als ich in Umbrien angekommen bin, bin ich irgendwie sofort „angekommen“. Es war ein Gefühl, das ich schwer beschreiben kann. Vielleicht lag es an den alten Häusern entlang der Strassen, an den zahlreichen Castelli, die auf den Hügelspitzen thronen, oder an den jahrhundertealten Kirchen, die bereits während der Fahrt immer wieder zwischen den Bäumen auftauchten.Schon die Landschaft vermittelte mir das Gefühl, dass hier Geschichte nicht einfach irgendwo in einem Museum steht, sondern ganz selbstverständlich zum Alltag gehört.

Nach der Ankunft im Hotel musste ich natürlich erst einmal einen meiner berühmten Recherchetrips quer durchs Internet machen. Warum eigentlich erst, wenn ich bereits dort bin? Nun ja – wenn ich auf Reisen bin, bin ich nicht immer besonders gut vorbereitet. 😉

Also stellte ich mir die Frage:

Wie wurde Umbrien eigentlich zu Umbrien?

Die Geschichte dieser Region ist tatsächlich genauso spannend, wie die Landschaft vermuten lässt. Schon die Etrusker waren hier unterwegs, lange bevor die Römer kamen. Die Römer bauten Strassen und Städte und hinterliessen ihre Spuren. Später kämpften Ostgoten, Byzantiner und Langobarden um die Vorherrschaft. Kein Wunder also, dass man heute überall Burgen, Mauern und befestigte Städte findet. Sicher ist sicher! Im Mittelalter entwickelte sich Umbrien weiter. Städte wie Assisi, Perugia, Spoleto und Gubbio entstanden beziehungsweise entwickelten sich zu den beeindruckenden Orten, die wir heute besuchen können. Und natürlich darf dabei Assisi nicht fehlen. Hier wurde Franz von Assisi geboren – ein Mann, der für Frieden, Natur, Bescheidenheit und ein einfaches Leben stand. Irgendwie passt das erstaunlich gut zu Umbrien. Viele Jahrhunderte gehörte die Region zum Kirchenstaat, bevor Umbrien 1860 Teil des neu entstehenden Italiens wurde.

Okay, Assisi kenne ich. Da will ich morgen hin.

Ein Morgen wie aus dem Bilderbuch

Zum Glück bin ich früh aufgestanden. Schon der erste Blick aus dem Hotelzimmer zeigte eine atemberaubende Landschaft. Hügel, Grün, alte Häuser und diese unglaubliche Ruhe. Für mich sah Umbrien genau so aus, wie ich mir Italien immer vorgestellt hatte.

Eine kleine Eidechse sonnte sich auf einer alten Steinmauer. Die Katze von der Strasse hingegen machte offensichtlich alles richtig. Sie hatte sich mitten auf einer Piazza ein schattiges Plätzchen ausgesucht, sich dort „breitgemacht“ und döste entspannt vor sich hin. Ich musste lachen. Vielleicht wissen die Menschen hier, und die Katzen sowieso, einfach besser, wie man das Leben geniesst.

Auf dem Weg nach Assisi

Die Fahrt nach Assisi war für mich fast genauso spannend wie die Stadt selbst. Besonders aufgefallen sind mir die kleinen Dörfer, die trotz der sommerlichen Hitze eine unglaubliche Ruhe ausstrahlten. Dabei spielte für mich auch die Gestaltung der Häuser eine grosse Rolle.

An vielen Fenstern standen Pflanzen und Blumen. Lavendel, Rosmarin, Basilikum und viele andere Kräuter gehörten ganz selbstverständlich zum Bild. Oft standen sie in einfachen Terrakotta-Töpfen.

Nichts wirkte überladen oder künstlich dekoriert. Es war vielmehr so, als würden die Pflanzen einfach dazugehören. Und genau das gefiel mir. Vielleicht ist es diese Mischung aus alten Steinhäusern, verwitterten Mauern, Terrakotta und mediterranen Kräutern, die diese besondere Atmosphäre schafft.

Assisi – touristisch und trotzdem charmant

Assisi selbst ist natürlich sehr touristisch. Souvenirläden, Restaurants, Kirchen, Klöster und Besucher aus aller Welt gehören zum Stadtbild. Und trotzdem hat Assisi seinen Charme. Neben all den historischen Gebäuden fiel mir vor allem eines immer wieder auf: die Pflanzen. Lavendel, Rosmarin, Basilikum und andere Kräuter standen in Terrakotta-Töpfen vor Häusern, Restaurants und kleinen Geschäften. Für mich veränderten diese kleinen Details die gesamte Atmosphäre. Assisi war dadurch nicht einfach nur eine alte Touristenstadt. Die Kräuter gaben dem Ort etwas Lebendiges und fast Kulinarisches. Und plötzlich wusste ich, was ich nach meiner Rückkehr ausprobieren möchte.

Mehr Kräuter und Terrakotta in meiner eigenen Wohnung

Nicht als perfekte Dekoration, sondern als Erinnerung an diese Reise. Vielleicht einen Topf Basilikum in der Küche, Rosmarin auf dem Balkon oder Lavendel am Fenster. Kleine Dinge, die ein Stück Umbrien nach Hause bringen.

Und natürlich: das Essen

Über das Essen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser: Es war hervorragend. Parmaschinken findet man natürlich fast überall, dazu kommen zahlreiche regionale Spezialitäten. Die umbrische Küche ist bodenständig und stark von lokalen Produkten geprägt. Pasta, Käse, Wurstwaren, Olivenöl und natürlich Kräuter gehören für mich genauso zu diesem kulinarischen Erlebnis wie die Landschaft selbst. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass es nicht kompliziert sein muss. Gute Zutaten. Wenige Komponenten. Dafür viel Geschmack. Vielleicht ist das ebenfalls etwas, das ich aus Umbrien mitnehmen möchte.

40 Grad und Dolce far niente

Inzwischen sind es fast 40 Grad. Was habe ich auch anderes erwartet? Schliesslich ist August in Italien. Aber irgendwann ist es einfach zu heiss, um eine Stadt anzuschauen. Die historischen Mauern sind zwar wunderschön, aber bei dieser Hitze möchte man irgendwann einfach nur noch sitzen. Also zurück zum Hotel. Und eines kann ich definitiv sagen: Jetzt möchte ich nichts anderes als in den Pool springen. Während ich später im Wasser liege und auf die Hügel Umbriens schaue, denke ich darüber nach, was von dieser Reise bleiben wird. Vielleicht sind es nicht die grossen Sehenswürdigkeiten, an die ich mich am längsten erinnern werde. Vielleicht sind es die kleinen Dinge: die Katze auf der Piazza, die Eidechse auf der Steinmauer, die Kräuter in den Terrakotta-Töpfen, die alten Häuser und diese unglaubliche Ruhe. Umbrien hat mir gezeigt, dass Schönheit nicht immer laut sein muss. Manchmal steht sie einfach in einem Terrakotta-Topf am Fenster. Und vielleicht ist genau das die schönste Erinnerung, die ich mit nach Hause nehme.

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